Spielbericht: TSV Kammlach 1 vs. FC Königsbrunn 1
Kammlach, 11.10.2026
Endergebnis 4:1
Jung war er, so jung sogar, dass er von seinem Opa gefahren werden musste. Der Julius, der als Schiedsrichter für den FSV Flotzheim (liegt 20 Autominuten hinter Donauwörth) pfeift und fürs heutige Spiel eingeteilt war. Und er machte seine Sache gut, verteilte Karten wenn nötig und schickte sogar kurz vor Schluss unseren Simon mit gelb rot frühzeitig zum Duschen!
Jung war Sie auch und sympathisch, zudem ausgestattet mit Stift und Schreibblock und sie schaute ihm genau auf die Finger und auf die Füße; die Schiedsrichterbeobachterin Karin.
Alles wurde notiert: Z. B. Schwierigkeitsgrad der Partie, Wetter, Platzverhältnisse, Laufwege, Kommunikation, Regelanwendung. Und sie gab auf alle Fragen am Spielfeldrand fachlich korrekte Antworten. Gerade bei der Regelanwendung ist es ja sehr oft so, dass die, die am lautesten schreien meist schon in den 1983er Jahren sowie danach den Blick aufs Regelwerk verloren haben.
Erst weit nach fünfzehn Uhr bließ Schiri Julius zum ersten Mal in seine Pfeife und sogleich zündete Würstles Andi die Stadionuhr und es ging beim Stand von 0 : 0 los. Für weniger Fußballerfahrene wäre noch zu notieren, dass ein Fußballspiel immer bei diesem Spielstand anfängt.
Die Gäste vom FC Königsbrunn legten auch gleich mächtig los und die ersten Minuten, genau genommen bis zum Führungstreffer in der 17. Spielminute durch die Nummer 17 Tolga Bozkurt, gehörten den Lechfeldern. In dieser Drangphase stach ein Abwehrspieler besonders hervor, nämlich unser Schmido. Der Sixpacker und Stahlbolzer, für den der Spruch „Quark macht stark“ erfunden wurde, verteidigte alles weg was ihm vor die Füße und Nase kam. Ball und Gegner wurden gleichermaßen behandelt und so mancher ging (un)freiwillig zu Boden oder flog durch die Luft. Dann aber war sofort Referee Julius, mit seinen ebenfalls in Topform befindlichen Assistenten Seif und Stefan, zur Stelle und sorgte wieder für Zucht und Ordnung auf dem Platz.
Ja, es kam wie es so mancher Zuschauer bereits im Urin hatte. Die Gäste gingen in Führung und das zurecht! Manuel Hampp bediente den wieselflinken Tolga Bozkurt und der schlenzte mit feinem Füßchen das kugelige Bällchen ins lange Eckchen. Dagegen konnte auch der Alex im Heimtor nix machen, obwohl er sich mindestens doppelt so lange streckte als er groß ist.
Naja, doch dann kam die 24. Minute und aus dem Nichts diskutierten und gestikulierten plötzlich lautstark die Kammlacher Rückennummern 7, 18, 29 und 4 miteinander. Der Alex, Patrick, Simon und Schmido wussten dass was nicht passte und von dieser Minute an kamen die Hausherren besser in die Partie. Nur die pfeilschnelle Nr. 10 des Gegners sorgte immer wieder für schnelle Runden auf der Pulsuhr der Heimzuschauer. Urplötzlich meldete sich auch wieder Julius mit seiner Pfeife auf dem Platz zurück. Unser Simon hatte die Nr. 7 des Gegners gewuppt, der sich danach schmerzverzerrt am Boden wälzte. Eine gute Gelegenheit um am Spielfeldrand den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen dachte sich der eine oder andere. Und Chancen gab es natürlich auch noch für uns. Häuslebauer Manu vollendete machen Abschluss so hoch, wie seines Hauses Giebel. Simon wurde dann vor dem Pausenpfiff noch von den Socken geholt und was soll ich euch sagen: Die Nr. 7 war’s und dafür zeigte Julian dann auch zurecht dem Übeltäter den gelben Karton. Und so fiel das Arbeitszeugnis zur Halbzeit so aus: „Sie waren stets bemüht.“
Während sich die einen Zuschauer zur Halbzeit mit Kaffee und Glühwein aufwärmten, trotzten andere dem nasskaltem Wetter und tranken kaltes Bier.
Ersatzcoach Ben, der für den verhinderten Rafi auf der Trainerbank saß, aktivierte den Bemühten dann zur Halbzeit wohl das Gewinnergen, denn unsere Jungs machten es in der zweiten Halbzeit besser. Doch bevor es besser wurde mussten nochmal zehn Minuten überstanden werden in denen die Gäste mit den Rückennummern 17, 10, 24 und 20 beste Chancen auf das 0:2 hatten. Doch manchmal reicht eine gehörige Portion Glück um weiterhin im Spiel zu bleiben.
Dann kam es wie es kommen musste. Der Regen hörte endgültig auf und Alex legte sich den Ball gefühlvoll für den Freistoß zurecht um ihn dann kurz später in die Maschen zu zentrieren. Damit war der Ausgleich zum 1:1 geschafft.
Das Freitagstraining, welches auf zartem Gras stattfand (Hauptplatz) sollte sich nun auszahlen. Die Stadionuhr zeigte die 58. Minute. Nach Traumkombination versenkte unser Häuslebauer Manu den Ball unhaltbar zur 2:1 Führung. Zwischen Tor zwei und drei gab es dann noch Zeit für Spielfeldrandgespräche wie den Austausch des Rezepts für die schnellsten Semmeln (500g Mehl, 330 lauwarmes Wasser oder lauwarme Milch, 10g Salz, 30g Butter, 20g Frischhefe, alles zu einem glatten Teig kneten, sofort Teiglinge abstechen und rundschleifen, auf ein Backblech mit Backpapier legen, ggf. einschneiden und bei 180 Grad Umluft 15 bis 20 Minuten backen).
Jetzt geht’s weiter: Matze passte den Ball zu Manu, der Bauherr steckte die Kugel zu Tobi durch und der drehte sich athletisch um 90 Grad um das Leder direkt einzuschieben und den Spielstand auf 3:1 zu erhöhen. Herrschaftszeiten, wenn das nur immer so wäre!!!
Danach versuchte sich Alex nochmal per Freistoß, doch dieses Mal schlug die Kugel auf Giebelhöhe ein.
In der 76. Minute griff Stadionsprecher Manuel Huber zum Mikrofon und verkündete vom Balkon: „Wunderschönes Solo und eiskalt verwandelt durch unseren Spieler mit der Nummer 11, Manuel Funk.“ Dem gab es nichts mehr hinzuzufügen und so beendete Schiedsrichter Julius dann in Minute 90 + 2 die Partie, in der letztendlich und verdientermaßen unser TSV Kammlach 4:1 gewann!
Nur Spielbeobachterin Karin bat nach Spielende das Schiedsrichtergespann zur dritten Halbzeit, nämlich zu ihrer Feststellung der Leistung in ihrem Spielbericht.
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